Die Ammoniak-Schulung am 27. März 2025 im Feuerwehrgerätehaus Eggenfelden war eine praxisorientierte Fortbildung für die Mitglieder des Gefahrgutzugs Rottal-Inn. Unter der Leitung von Fach-Kreisbrandmeister Heiko Schedlbauer wurden ca. 70 Teilnehmer an der Schulung begrüßt. Verschiedene Schadensereignisse in den letzten Jahren führten dazu, eine solche Schulung anzubieten.

2025 Ammoniak Bild1Als Dozent konnte Hr. Stefan Bürgermeister gewonnen werden. Hr. Bürgermeister ist Wachabteilungsführer bei der Werkfeuerwehr der Wacker Chemie AG in Burghausen. Die Werkfeuerwehr Wacker ist die größte Chemie-Feuerwehr Bayerns und auch Mitglied im TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie) Verband. Bei Schadensfällen, an denen Gefahrstoffe beteiligt sind, kann die Werkfeuerwehr zur Unterstützung angefordert werden. Durch Hr. Bürgermeister konnte ein fundierter Überblick über die wichtigsten Aspekte im Umgang mit Ammoniak vermittelt werden.

Zu Beginn der Schulung wurde die chemische und physikalische Beschaffenheit von Ammoniak erklärt. Dabei wurden die besonderen Merkmale des Gases besprochen, wie z.B. sein stechender Geruch, die hohe Flüchtigkeit und die Reaktivität.

Ein zentrales Thema waren die Gefahren, die von Ammoniak ausgehen, wie z.B. die toxischen Auswirkungen auf den menschlichen Körper bei Einatmen, Hautkontakt oder Augenkontakt. Ebenso wurden die Explosionsgefahren und die potenziellen Umweltgefahren erörtert.

Im Weiteren wurden die notwendigen Schutzmaßnahmen für Einsatzkräfte in Ammoniak-Notfällen besprochen. Hierzu gehören geeignete Atemschutzgeräte, Schutzkleidung sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen, die für den sicheren Umgang mit dem Gas erforderlich sind.

Der Vortrag schloss mit den richtigen Maßnahmen im Schadensfall, angefangen von der Alarmierung über Evakuierungen, bis hin zu konkreten Handlungsanweisungen bei Leckagen und Unfällen.

Nach dem theoretischen Teil der Schulung ging es zu einer Ammoniakanlage auf das Werkgelände der Firma Frischli, um die Theorie in der Praxis zu erläutern. Während der Besichtigung konnten die Teilnehmer Einblicke in eine reale Ammoniakanlage gewinnen.

2025 Ammoniak Bild2Vor Ort wurden die verschiedenen Komponenten und Sicherheitsmechanismen der Ammoniakanlage besprochen und es wurden mögliche Gefährdungen aus der Praxis aufgezeigt.

Die Fachfirma Haas Kältetechnik, die solche Anlagen baut, war ebenfalls vor Ort und konnte wertvolle Erfahrungen und praxisnahe Tipps teilen. Dies ermöglichte den Feuerwehrleuten, konkrete Szenarien zu verstehen und besser auf reale Einsätze vorbereitet zu sein.

Fach-KBM Schedlbauer erläuterte Einsatzbeispiele und wichtige Erstmaßnahmen im Schadensfall. Auch spezielle Maßnahmen für die landkreiseigenen Facheinheiten wurden dabei besprochen.

Das Hauptziel dieser Schulung war es, die Einsatzkräfte des Gefahrgutzugs Rottal-Inn besser auf den Umgang mit Ammoniakunfällen vorzubereiten. Durch die Kombination von Theorie und Praxis erhielten die Feuerwehrleute das nötige Wissen, um im Ernstfall schnell, sicher und effektiv handeln zu können.

Solche Schulungen sind von großer Bedeutung, da sie den Teilnehmern helfen, die komplexen Gefahren von Ammoniak besser zu verstehen und die richtigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Die praxisorientierte Komponente, bei der echte Anlagen besichtigt und durchgesprochen werden, bietet den Feuerwehrleuten eine wertvolle Erfahrung, die sie im Notfall direkt anwenden können.

An der Schulung nahmen neben den Feuerwehren des Gefahrgutzugs auch Vertreter vom BRK, von der Kreisbrandinspektion und vom Sachgebiet Brand und Katastrophenschutz teil. Ebenfalls waren Gäste aus dem Landkreis Altötting und Braunau anwesend.