Einsatz für das Modul Ölsperren - 07.10.2022

Am Freitag, den 07.10.2022, wurde um 14:17 Uhr das Modul Ölsperren des KBI-Bereiches 2 und 5 ins benachbarte Oberbayern angefordert. Grund hierfür war der Austritt von Silikonöl bei der Wacker AG in Burghausen.

Von der Wacker-Werkfeuerwehr und den örtlich zuständigen Feuerwehren wurden bereits Ölsperren bzw. Ölschlängel im Bereich der Mündung des Alzkanals in die Salzach, sowie im Ober- und Unterwasserkanal errichtet. Hierbei wurden sie von mehreren Einheiten der BRK-Wasserwachten mit Booten unterstützt.lsperre 07 10 22 Bild1

Aus dem Landkreis Rottal-Inn wurden zunächst die Ölsperren der Feuerwehren Bad Birnbach und Pfarrkirchen, der Versorgungs-LKW der Feuerwehr Kirchdorf alarmiert. Der zuständige Fach-Kreisbrandmeister Heiko Schedlbauer war bereits berufsbedingt an der Einsatzstelle. Die Einheiten konnten somit zügig in die Lage eigewiesen werden. Ebenfalls im Einsatz waren die Kreisbrandmeister Felix Menzinger und Stefan Niedermeier.

Umgehend wurden, nach deren Eintreffen, die Ölsperren vorbereitet um diese mit Unterstützung der Wasserwacht einziehen zu können. Um genügend Reserve vor Ort zu haben, wurden zusätzlich die Feuerwehren Eggenfelden und Falkenberg (Modul Ölsperren des KBI-Bereichs 3 und 4) alarmiert. Diese standen im Bereich Neuhofen mit weiteren Ölsperren in Bereitstellung, mussten dann jedoch nicht mehr eingesetzt werden.

lsperre 07 10 22 Bild2Nachdem der Stoffeintrag zuvor bereits stark minimiert worden war, konnte er gegen 16 Uhr endgültig gestoppt werden, heißt es von der Wacker-Pressestelle. Analysen bestätigten die  ersten Erkenntnisse, wonach es sich bei dem eingetragenen Stoff um Silikonöl handelt. Silikonöl ist kein Gefahrstoff. Dennoch wurden die zuständigen Behörden unverzüglich informiert und ermitteln gegenwärtig gemeinsam mit Fachleuten von Wacker mögliche Ursachen des Stoffeintrags. Untersucht werden in diesem Zuge auch Proben, die von der Feuerwehr Mehring im Alzkanal oberhalb des Werks gezogen wurden. Zeitweise waren auch dort leichte Schlieren festzustellen. Derzeit geht Wacker nicht von einem direkten Zusammenhang aus. Vorsorglich werden die eingezogenen Ölsperren im Alzkanal noch für mehrere Tage belassen, so die Wacker-Pressestelle.

Auf Grund der hohen Fließgeschwindigkeit von Alzkanal und Salzach musste nach mehreren Versuchen das Einziehen der Ölsperren aus dem Landkreis Rottal-Inn abgebrochen werden.

Auf österreichischer Seite wurden im Inn ebenfalls Ölsperren gesetzt, nachdem auf Höhe Ranshofen ebenfalls Schlieren im Wasser gesichtet wurden. Hierbei unterstützte die Feuerwehr Kirchdorf mit ihrem Boot.lsperre 07 10 22 Bild3

Auch wenn die Ölsperren nicht erfolgreich gesetzt werden konnten, zeigten sich der zuständige Fachreisbrandmeister Heiko Schedlbauer, sowie Kreisbrandrat René Lippeck zufrieden. Die Abstimmung und Zusammenarbeit der Einsatzkräfte im noch neuen Modul Ölsperren funktionierte hervorragend.

An diesem Einsatz beteiligt waren neben der Wacker-Werkfeuerwehr die Freiwilligen Wehren aus Burghausen, Mehring, Piesing, Altötting, Pfarrkirchen, Bad Birnbach, Kirchdorf am Inn, Falkenberg und Eggenfelden sowie die BRK-Wasserwachten Burghausen, Burgkirchen, Marktl, Perach, Altötting und Töging. Die Kreisbrandinspektion des Landkreises Altötting, sowie von der Kreisbrandinspektion Rottal-Inn Kreisbrandrat René Lippeck, Kreisbrandinspektor Helmut Niederhauser, Fach-Kreisbrandmeister Heiko Schedlbauer sowie die Kreisbrandmeister Felix Menzinger und Stefan Niedermeier.

Auf österreichischer Seite wurden die Feuerwehren Ach, Überackern, Braunau, BTF Amag, Mining und Ranshofen alarmiert.

Übung Hilfeleistungskontingent / Modul Ölsperren

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In der letzten Zeit wurden für Einsätze im Landkreis Rottal-Inn, sowie auch darüber hinaus, sogenannte Kontingente geplant. Das heißt, es werden für die unterschiedlichsten Einsatzarten Einheiten/Fahrzeuge/Feuerwehren zusammengestellt, die dann den Einsatz gemeinsam mit den örtlich zuständigen Feuerwehren abarbeiten.

Der Vorteil dieser Kontingente ist, dass sie im Einsatzfall sofort alarmiert werden können und nicht erst aufwendig zusammengestellt werden müssen. Aber auch, dass sich die zusammengefügten Einheiten bereits kennen und bei Übungen schon zusammen tätig wurden.

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Im Landkreis Rottal-Inn werden bei mehreren Feuerwehren Ölsperren vorgehalten. Diese werden eingesetzt, wenn Öl, oder andere Schadstoffe, in Gewässer gelangen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für diese Sonderaufgabe konnten zwei gleichstarke Module zusammengestellt werden. Hierbei wurden alle Feuerwehren berücksichtigt die Ölsperren als Einsatzmittel im System der Integrierten Leitstelle Passau hinterlegt haben.

lsperre 2022 Bild3An der Rott in Pfarrkirchen fand jetzt eine gemeinsame Übung aller dieser Feuerwehren statt. Bei dieser Übung galt es zunächst zu testen, ob alle vorhanden Ölsperren miteinander kompatibel sind, also zusammenpassen. Nachdem sich dies bestätigte, wurde ein Teil davon mittels Boot, das bei der Freiwilligen Feuerwehr Simbach am Inn vom Landkreis stationiert wurde, in die Rott eingezogen und in Stellung gebracht. Dabei konnten alle Teilnehmer wertvolle Erkenntnisse beim Zusammenspiel untereinander gewinnen.

In seinem Resümee zeigt sich der verantwortliche Fachkreisbrandmeister Heiko Schedlbauer sehr zufrieden. Einer hochmotivierten Einsatzmannschaft stehen insgesamt 190 Meter Ölsperre zur Verfügung, die alle miteinander kompatibel sind.

Er danke allen Teilnehmern für die geopferte Freizeit.

An der Übung beteiligt waren Einsatzkräfte der Feuerwehren Bad Birnbach, Eggenfelden, Falkenberg, Malgersdorf, Pfarrkirchen, Simbach am Inn, Tann und Wittibreut, sowie Kreisbrandmeister Stefan Niedermeier beteiligt.

Einsatzübung Gefahrgutzug Lkr. Rottal-Inn

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte der Gefahrgutzug des Landkreises Rottal-Inn endlich wieder einmal in voller Stärke üben.

bung Johanniskirchen1Zunächst wurde zu dieser Übung die Ortsfeuerwehr Johanniskirchen nach Stichwort „ABC1 undefinierbarer Geruch“ in die Max Peinkoferstraße nach Johanniskirchen gerufen. Bei der ersten Erkundung durch den Einsatzleiter wurde eine unklare Lage vorgefunden. Der undefinierbare Geruch konnte bestätigt werden, außerdem wurden zwei verletzte Personen im Bereich eines Tankwagens vorgefunden. Die Personen wurden umgehend von einem Angriffstrupp unter Atemschutz gerettet und an den mitalarmierten Rettungsdienst übergeben. Der betroffene Bereich wurde abgesperrt, der vermeintlich ausgetretene Stoff anhand der am LKW angebrachten Gefahrennummer identifiziert sowie eine Möglichkeit der Notdekontamination (Reinigung der Einsatzkräfte und Verletzten) aufgebaut. Zusätzlich wurde der Gefahrgutzug des Landkreises Rottal-Inn nachalarmiert.

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