Mobile Einsatzzentrale für den Katastrophenschutz
27.06.2023 - Landrat: Wichtige Anschaffung für den Ernstfall
Über einen neuen „Abrollcontainer Besprechung“ verfügt nun der Katastrophenschutz im Landkreis Rottal-Inn. Der Container kann als mobile Einsatzzentrale direkt am Einsatzort bzw. im Einsatzgebiet aufgestellt werden und dient der Ergänzung der Führung vor Ort bei größeren oder schwierigeren Einsatzlagen. Landrat Michael Fahmüller bezeichnete dies als „wichtige Anschaffung, die es den Einsatzkräften im Ernstfall ermöglicht, sich direkt vor Ort ein Bild der Situation zu machen, mit den Beteiligten zu kommunizieren, alle relevanten Informationen zu sammeln und auszutauschen, abzuwägen und auf Basis dessen wichtige Entscheidungen zu treffen.“
Ein Wechselladerfahrzeug, das mit einem Haken ausgestattet ist, kann den Container aufziehen und dann am Bestimmungsort wieder ablassen und aufstellen („Abrollen“). An Manpower ist hierfür theoretisch nur der Fahrer des Lastwagens notwendig, so kommt die mobile Besprechungskomponente sehr schnell und ohne weitere Einsatzkräfte zu binden an ihren Bestimmungsort. Der Container kann als Einsatzmittel autark verwendet werden und beinhaltet einen Besprechungsraum, der über Digitalfunk, Telefonnetz und Internet verfügt sowie eine kleine Küche und Platz für verschiedenste, allgemein notwendige Beladung.
Den neuen „Abrollcontainer Besprechung“ inspizierte Landrat Michael Fahmüller (3.v.l.) im Beisein von (v.l.) Patrick Tarnowski (Sachgebietsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung), Florian Sager (Öffentliche Sicherheit und Ordnung), Kreisbrandrat René Lippeck, UG-ÖEL – Leiter Robert Brandhuber und Mitglied Christoph Steinbeißer, Abteilungsleiter Sebastian Schneider.
Überörtlicher Einsatz für das Modul Messen
Am 29.06.2023 gegen 12:50 Uhr kam es in der Gemeinde Ortenburg, Landkreis Passau, zu einem Gefahrgutunfall.
Mit dem Stichwort ABC THL Bio/Chemie wurden einige Feuerwehren zur Einsatzstelle entsandt.
Bei einer Futtermittelfabrik im Ortsteil Sammerei wurde bei Rückbauarbeiten ein Rohr beschädigt.
In dem Rohr befand sich flüssiges Ammoniak. Von diesem giftigen Stoff traten ca. 900kg aus.
Nach Erkundung vor Ort durch den zuständigen Einsatzleiter wurden weitere Kräfte mit CSA (Chemikalienschutzanzug)
alarmiert. Es wurde versucht, das Leck abzudichten. Nach der Stabilisierung
der Lage sowie Evakuierung der 15 Angestellten der Firma wurden Wasserwerfer aufgestellt, um das entstandene Gas niederzuschlagen und die Gefahr für die Bevölkerung zu verringern.
9 Personen wurden verletzt und mussten durch den Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.
Es war nicht möglich die Leckage abzudichten, deshalb entschied man sich, den Gefahrstoff kontrolliert austreten zu lassen.
Gegen 15:35 Uhr wurde das Modul Messen aus dem Landkreis Rottal-Inn zur Unterstützung alarmiert.
An der Einsatzstelle unterstützten wir die zahlreichen Feuerwehren mit unserer Messtechnik. Es wurden dabei vielerlei Messungen durchgeführt. Wir führten Messungen in der Luft und auch im Kanal durch.
Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde zusätzliche Ausrüstung von Pfarrkirchen an die Einsatzstelle verbracht.
Nach ca. sieben Stunden konnte der Einsatz für uns beendet werden. Der Warnradius konnte dabei erheblich minimiert werden.
Im Einsatz waren rund 250 Einsatzkräfte. Ca. 30 Personen mussten evakuiert werden und konnten auch in der Nacht nicht in ihre Wohnungen zurück.
Großübung ABC-Hilfeleistungskontingent
Am 20.05.2023 war es so weit: Die lang geplante Kontingentübung ABC-Gefahrenabwehr konnte starten. Zusammengefasst kann man sagen, dass es eine interessante und herausfordernde Übung für alle Beteiligten war. Die Kameraden des Landkreises Regensburg, allen voran Fachkreisbrandmeister Gefahrgut Rainer Stadlbauer, haben sich viel für uns einfallen lassen. Am Ende kamen alle Einsatzkräfte der Feuerwehren des Landkreises Rottal-Inn und des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Rottal-Inn wieder gut zuhause an.
Aber der Reihe nach. Am Samstagmorgen sammelten sich alle beteiligten Einheiten ab 07:00 Uhr am P&R Platz in Pfarrkirchen. Die Mannschaft des Kater Rottal-Inn hatte alle Hände voll zu tun mit der Registrierung der Einsatzkräfte, Ausgabe der Fahnen für die Kolonnenfahrt und Verteilung der Marschbefehle. Die Versorgungskomponente des BRK verteilte die Lunchpakete an die Teilnehmer.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Kreisbrandrat René Lippeck und einer Einweisung von Fachkreisbrandmeister Heiko Schedlbauer startete das Kontingent gegen 07:45 Uhr in Richtung Regensburg.